Gemeinsam für die Wärmeversorgung von morgen
Wie könnte eine zukunftsfähige Wärmeversorgung im Quartier Alter Postweg/Bildungscampus aussehen? Genau das wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern herausfinden. Mit einer Voruntersuchung zur Wärmenetzeignung gehen wir den nächsten konkreten Schritt auf dem Weg von der kommunalen Wärmeplanung hin zu möglichen Lösungen vor Ort.
Gemeinsam mit der Stadt Gifhorn, dem Landkreis Gifhorn, der Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG (GWG) und der Gemeinnützigen Bildungs- und Kultur GmbH des Landkreises Gifhorn haben wir eine Voruntersuchung für das Quartier Alter Postweg/Bildungscampus auf den Weg gebracht.
Zum gemeinsamen Projektstart kamen die beteiligten Partner am 25. August im Haus der Wirtschaft zusammen.
Vom Wärmeplan zur konkreten Untersuchung
Die Grundlage für das Projekt bildet die kommunale Wärmeplanung der Stadt Gifhorn. Sie betrachtet das gesamte Stadtgebiet und zeigt auf, welche Gebiete grundsätzlich für unterschiedliche Formen einer zukünftigen Wärmeversorgung infrage kommen können.
Ob ein Wärmenetz in einem bestimmten Quartier tatsächlich technisch umsetzbar und wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt sich daraus allein jedoch noch nicht ableiten. Genau hier setzt die jetzt gestartete Voruntersuchung an.
„Auf Basis der Ende Juni verabschiedeten kommunalen Wärmeplanung nehmen wir jetzt Stück für Stück die Einzelthemen unter die Lupe. Dass für den Fokusbereich Bildungscampus dabei Stadt, Landkreis, Stadtwerke, Wohnungswirtschaft und Bildungseinrichtungen gemeinsam an einem Tisch sitzen, ist ein starkes Signal. Denn die Wärmewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur gelingen kann, wenn wir vorhandene Potenziale gemeinsam betrachten“, sagt Matthias Nerlich, Bürgermeister der Stadt Gifhorn.
Wärmenetz oder individuelle Versorgung?
Mit der Voruntersuchung wurde die EKP Energie Klima Plan GmbH beauftragt, die bereits an der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Gifhorn beteiligt war.
Dabei ist das Ergebnis ausdrücklich offen. Untersucht und miteinander verglichen werden zwei unterschiedliche Wärmenetzvarianten, eine Einzelversorgung der Gebäude sowie der Weiterbetrieb bestehender Anlagen. Zusätzlich erfolgt für die verschiedenen Möglichkeiten eine Wirtschaftlichkeitsabschätzung über einen Zeitraum von 20 Jahren.
Es geht also zunächst um grundlegende Fragen: Was ist technisch machbar? Welche Infrastruktur wäre notwendig? Welche Lösung ist langfristig wirtschaftlich? Und unter welchen Voraussetzungen könnte ein gemeinsames Wärmenetz Vorteile gegenüber individuellen Lösungen bieten?
„Wir wollen an dieser Stelle bewusst ergebnisoffen vorgehen“, erklärt Olaf Koschnitzki, Geschäftsführer der Stadtwerke Gifhorn GmbH. „Ein Wärmenetz ist nicht automatisch für jedes Quartier die beste Lösung. Deshalb schaffen wir zunächst eine belastbare Datengrundlage und vergleichen unterschiedliche Varianten miteinander. Erst wenn wir wissen, was technisch machbar und langfristig wirtschaftlich sinnvoll ist, können die beteiligten Partner gemeinsam über die nächsten Schritte entscheiden.“
Wirtschaftlichkeit und Bezahlbarkeit im Blick
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure im Quartier. Die Kosten der Voruntersuchung werden von den fünf beteiligten Projektpartnern zu gleichen Teilen getragen.
Für Andreas Otto, Geschäftsführer der Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG (GWG), spielen dabei insbesondere Wirtschaftlichkeit und Bezahlbarkeit eine entscheidende Rolle:
„Für uns muss die Wärmewende vor allem eines sein: wirtschaftlich, verlässlich und für unsere Mitglieder bezahlbar. Deshalb brauchen wir Technologieoffenheit und belastbare Zahlen statt vorschneller Festlegungen.“
Durch die gemeinsame Betrachtung können unterschiedliche Gebäude, Nutzungsarten und Wärmebedarfe innerhalb des Quartiers berücksichtigt werden. Gerade die räumliche Nähe der verschiedenen Einrichtungen und Immobilien macht es interessant, über einzelne Gebäude hinauszudenken.
Wie geht es weiter?
Die Ergebnisse der Voruntersuchung stehen anschließend allen Projektpartnern zur Verfügung. Erst auf dieser Grundlage wird gemeinsam entschieden, ob und in welcher Form das Projekt weiterverfolgt wird.
Auch der Landkreis Gifhorn begleitet diesen Prozess.
„Eine zukunftsfähige Wärmeversorgung braucht Klimaschutz, ein sinnvolles Energiemanagement und zugleich eine wirtschaftlich tragfähige Lösung. Deshalb begrüßen wir die gemeinsame Voruntersuchung zur Wärmenetzeignung des Quartiers Alter Postweg/Bildungscampus ausdrücklich. Als Landkreis sind wir bereit, uns an der weiteren Entwicklung zu beteiligen, sofern sich im weiteren Verlauf zeigt, dass eine gemeinsame Wärmeversorgung technisch umsetzbar und wirtschaftlich sinnvoll ist. Wir sind gespannt auf die vertieften Erkenntnisse der Untersuchung und die daraus abzuleitenden Möglichkeiten. Unser Ziel ist eine Lösung, die ökologisch sinnvoll, effizient und langfristig für alle Beteiligten tragfähig ist“, sagt Ute Spieler, Kreisrätin des Landkreises Gifhorn.
Ein möglicher nächster Schritt wäre eine vertiefende Machbarkeitsstudie. Eine Entscheidung für den Bau eines Wärmenetzes ist mit der Voruntersuchung ausdrücklich noch nicht verbunden.
Für uns als Stadtwerke Gifhorn ist das Projekt ein wichtiger Schritt, um die Wärmewende vor Ort gemeinsam mit den relevanten Akteuren weiterzuentwickeln. Dabei steht nicht eine bestimmte Technologie im Vordergrund, sondern die Frage, welche Lösung für das Quartier langfristig sinnvoll, wirtschaftlich und tragfähig ist.