Fragen und Antworten

Auf dieser Seite beantworten wir Ihnen häufige Fragen zu den Stadtwerken Gifhorn.

Zu den Stadtwerke Gifhorn

Die Stadt kann jetzt Einfluss auf die Energieversorgung nehmen und die Bürger können als Kunden dafür sorgen, dass Wertschöpfung und Gewinne dem eigenen Wohnort zu Gute kommen.

Bislang waren viele Gifhorner Kunden der in Wolfsburg ansässigen LSW Energie GmbH & Co. KG. Jetzt gibt es auch in Gifhorn eine Alternative: ein eigenes Stadtwerk.

Die Stadtwerke Gifhorn gehören zu 51 Prozent der Stadt Gifhorn. Damit sind die Stadtwerke Gifhorn ein mehrheitlich kommunales Unternehmen. Als Mehrheitsanteilseigner gewinnt die Stadt Gifhorn Einfluss auf Infrastruktur und Strategie der Energieversorgung. Entsprechend profitiert die Stadt Gifhorn auch von Gewinnen, die die Stadtwerke erwirtschaften. Diese kommen dann direkt der Stadtkasse Gifhorns zugute.

Die anderen 49 Prozent hält der Braunschweiger Energieversorger BS|ENERGY.

Das in Braunschweig beheimatete Unternehmen BS|ENERGY blickt auf über 150 Jahre Erfahrung in der Energiesparte zurück. Mit der Gründung der Braunschweigerischen Gaserleuchtungsgesellschaft begann 1851 die Energie- und nur knapp 15 Jahre später auch die Wasserversorgung für die Region Braunschweig. Seit 2005 ist der französische Umweltdienstleister Veolia Mehrheitsgesellschafter von BS|ENERGY. Die Stadt Braunschweig hält 25,1 Prozent.

Die BS|ENERGY Gruppe mit ihren rund 1.200 Mitarbeitern ist Grundversorger der Stadt Braunschweig und sichert dort die Versorgung in den Bereichen Energie (Strom, Gas, Fernwärme), Wasser (Trinkwasser und Stadtentwässerung) und Beleuchtung (Stadtbeleuchtung und Ampelanlagen). BS|ENERGY ist ein erfahrener Partner im Bereich der Energieversorgung. Für die Beteiligung in Gifhorn hat sich BS|ENERGY in einem europaweiten Verfahren qualifiziert und gegen den bisherigen Versorger durchgesetzt. Gifhorn ist bereits die vierte Stadtwerke-Partnerschaft in die BS|ENERGY das energiewirtschaftliche Know-how einbringt.

Die Kunden der Stadtwerke Gifhorn profitieren in vielerlei Hinsicht von den Möglichkeiten eines kleinen Stadtwerks. Als lokaler Anbieter können Stadtwerke zum Beispiel schneller als Wettbewerber und näher am Markt entscheiden. Das zeigt sich in der Preisgestaltung und im kernenergiefreien Strommix, der längst nicht selbstverständlich ist. So können die Gifhorner Einfluss auf ihre Energieversorgung nehmen. Durch das Kundenbüro in der Torstraße 7 in Gifhorn ist bei Fragen immer ein Ansprechpartner direkt erreichbar. Außerdem helfen die Kundenberater gern beim Thema Energiesparen oder informieren in Sachen Elektro-Mobilität.

Da die Stadtwerke Gifhorn mehrheitlich in den Händen der Stadt Gifhorn liegen, profitiert auch die Region Gifhorn von ihren Stadtwerken: Der Unternehmensgewinn fließt anteilig direkt in die Stadtkasse.

Zur Energie der Stadtwerke Gifhorn

Die Stadtwerke Gifhorn bieten Strom und Gas im gesamten Landkreis Gifhorn an.

Dumpingpreise werden nicht geboten, sondern gute Leistung zum guten Preis. Fast alle Haushalte können bei einem Wechsel zu den Stadtwerken Gifhorn bares Geld sparen.

Der Strompreis setzt sich übrigens aus verschiedenen Komponenten zusammen. Mit rund 50 Prozent machen staatlich veranlasste Steuern, Abgaben und Umlagen den größten Teil des Preises für eine Kilowattstunde Strom aus. Rund 20 Prozent entfallen auf Netzentgelte, Messung und Messstellenbetrieb. Lediglich auf cirka 30 Prozent des Strompreises haben Stromlieferanten wie die Stadtwerke Gifhorn Einfluss: Sie entfallen auf Strombeschaffung, Vertrieb und Service.

Die Stadtwerke Gifhorn haben derzeit noch keine eigene Stromerzeugung vor Ort. Sie beziehen den Strom besonders günstig aus der Unternehmensgruppe des Gesellschafters BS|ENERGY. Er wird zum Teil auch in KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen), wie zum Beispiel dem Heizkraftwerk Mitte in Braunschweig, produziert. Diese Anlagen arbeiten besonders effizient, weil sie auch die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme nutzen. Besonders: Der gelieferte Strom ist kernenergiefrei.

Die Stadtwerke Gifhorn selbst besitzen derzeit noch keine eigenen Anlagen zur Energieerzeugung, auch nicht im Bereich erneuerbarer Energien. Das ist aber geplant.

Der von den Stadtwerken Gifhorn verkaufte Strom ist kernenergiefrei. Aus welchen einzelnen Bestandteilen der Strom eines Energieversorgers wie den Stadtwerken Gifhorn besteht, zeigt der sogenannte Stromherkunftsnachweis, auch Strommix genannt. Im Energieträgermix der Stadtwerke Gifhorn besteht der Strom derzeit aus folgenden Energieträgern: 36,4 Prozent Kohle, 30,8 Prozent Erdgas, 24,1 Prozent erneuerbare Energien (gefördert nach dem EEG), 7,1 Prozent sonstige erneuerbare Energien und 1,6 Prozent sonstige fossile Energieträger. In der gesetzlichen Stromkennzeichnung wird die atomstromfreie Belieferung rückwirkend zum Jahresende berechnet. Bis dahin handelt es sich um vorläufige Werte, da die Stadtwerke Gifhorn erst seit 2013 Kunden versorgen.

Für Kunden, die hundertprozentig grünen Strom beziehen möchten, bieten die Stadtwerke Gifhorn das Produkt Gifhorn|Naturstrom an. Dieser Strom wird vollständig aus erneuerbaren Energien erzeugt und entspricht den strengen Vorgaben des Grüner Strom Label e.V. in der Kategorie "Gold". Außerdem wird ein Cent pro verbrauchte Kilowattstunde in den Neubau von Anlagen zur "grünen" Stromerzeugung investiert.

Hintergrundinformation zum Strommix: Physikalisch kommt aus der Steckdose immer der gleiche Strom, ganz unabhängig vom Anbieter, denn Strom geht immer den Weg des geringsten Widerstandes. Man kann sich das Stromleitungsnetz wie einen großen See vorstellen: Aus verschiedenen Quellen und Kraftwerken wird Strom ins Netz eingespeist, und die Verbraucher entnehmen an vielen verschiedenen Stellen Strom aus diesem Strommix. So kann man dem Strom, den man selber bezieht, nicht ansehen, welcher Energiequelle er entstammt. Aus Sicht der Verbraucher (und aus Umweltsicht!) kommt es deshalb darauf an, wie dieser See gefüllt wurde: Anbieter von reinen Naturstrom Angeboten müssen so viel Naturstrom in das Stromnetz einspeisen, wie ihre Kunden an anderer Stelle daraus entnehmen. Je mehr Kunden sich also für ein reines Naturstromangebot entscheiden, umso mehr Naturstrom fließt in den See.

In einer EU-Richtlinie ist geregelt, dass der von einem Vorlieferanten erzeugte Strom ein Stromerzeugungs-Zertifikat erhalten muss. In ihm wird bestätigt, auf welche Weise eine Energiemenge produziert wurde. Anhand des Zertifikats können Stromanbieter wie die Stadtwerke Gifhorn nachvollziehen, welchen Strommix der Lieferant erzeugt und bereitgestellt hat.

Der Strom der Stadtwerke Gifhorn wird außerdem jährlich mit einer gesetzlichen Stromkennzeichnung versehen. Jeweils zum Jahresende wird rückwirkend berechnet, welchen Strommix die Stadtwerke Gifhorn angeboten haben. Eine Grafik zeigt die prozentuale Aufteilung der Energieträger, aus denen der Strom erzeugt wird.

Zur Energiewende

Die Energiewende führt unabhängig vom Wohnort dazu, dass immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien produziert und verbraucht wird aber auch, dass die Kosten für eine Kilowattstunde Strom steigen. Grund dafür sind in erster Linie die steigenden staatlichen Abgaben, Steuern und Umlagen, mit denen die Energiewende vorangetrieben wird. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist vorgesehen, dass der "grün" erzeugte Strom vorrangig ins Netz eingespeist und unabhängig vom Marktpreis vergütet wird. Doch der Verbraucher profitiert - zumindest finanziell - davon nicht: Je tiefer die Börsenpreise sind, desto höher fällt später die vom Verbraucher zu finanzierende EEG-Umlage aus − denn sie finanziert die Kluft zwischen Strompreis und garantierter Vergütung.

Die Stadtwerke Gifhorn unterstützen die Energiewende durch das Angebot kernenergiefreier und zertifizierter Naturstromprodukte und fühlen sich dem Umwelt- und Klimaschutz verpflichtet. Dazu gehören insbesondere die dezentrale Energieerzeugung, die Förderung erneuerbarer Energien und E-Mobilität. In den nächsten Jahren sollen verschiedene Projekte passend zur Stadt, den Bürgern und ihren Bedürfnissen realisiert werden.