Neue Erdgasumlagen beschlossen

Die Energiepreise haben in der jüngeren Vergangenheit einen extremen Anstieg erfahren. Das Ende des Preisanstiegs ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu erkennen. Diese Entwicklung geht nicht nur auf den Ukraine-Krieg zurück, bereits seit Oktober 2021 war das Lieferverhalten Russlands nicht mehr verlässlich.

Angesichts dessen hat die Bundesregierung zwei neue Gas-Umlagen beschlossen, die den Energiemarkt stützen und die Versorgungssicherheit mit Erdgas gewährleisten sollen. Es handelt sich dabei um die Gasbeschaffungs-Umlage (§ 26 EnSiG) und die Gasspeicher-Umlage (§ 35e EnWG). Beide Umlagen werden ab Oktober rechtskräftig und wirken sich auf die Höhe des Erdgaspreises aus. 

Was ist die Gasbeschaffungs-Umlage?
Die Gasbeschaffungs-Umlage soll Insolvenzen und Lieferausfälle verhindern, die aus der Gasknappheit und gestiegenen Großhandelspreisen resultieren. Mit der Umlage wird die Versorgungssicherheit mit Erdgas gewährleistet. Die Gasimporteure haben Vertragsverpflichtungen mit Energieversorgungsunternehmen - wie den Stadtwerken Gifhorn. Aufgrund der reduzierten Lieferungen aus Russland müssen die Importeure Mengen zu extrem hohen Preisen aus anderen Bezugsquellen beschaffen, um den Verpflichtungen nachkommen zu können.  

Wie hoch ist die Gasbeschaffungs-Umlage?
Die Umlage wird ab dem 1. Oktober 2022 erhoben und beträgt 2,419 Cent/Kilowattstunde. Sie wird alle drei Monate anhand der tatsächlichen Kosten und der aktuellen Lage neu kalkuliert und ist zunächst bis zum 1. April 2024 befristet. Die Höhe der Umlage kann sich somit nach oben und unten ändern. Die Mehrkosten der Gasimporteure, die aus der Nachbeschaffung der ausgefallenen Liefermengen aus Russland entstanden sind, werden mit der Umlage gleichmäßig auf alle in Deutschland verkauften Erdgasmengen verteilt. Dadurch soll die deutsche Energiewirtschaft stabilisiert und gesichert werden.  

Was ist die Gasspeicher-Umlage?
Mit der Gasspeicher-Umlage soll die Befüllung der Gasspeicher in Deutschland für den Winter finanziert werden. Die Umlage soll die Beschaffungskosten decken, die der Firma Trading Hube Europe (THE) zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit mit Gas entstehen. Die Umlage wird voraussichtlich bis zum 31. März 2025 erhoben und beträgt 0,059 Cent/Kilowattstunde. Die gesetzliche Grundlage ist § 35 a-g EnWG.

Was bedeutet das für den Erdgaskunden der Stadtwerke Gifhorn?
Für alle Erdgaskunden in unseren Sonderprodukten ergibt sich eine Preiserhöhung auf Grundlage der Umlage von insgesamt 2,478 Cent/Kilowattstunde ab dem 1. Oktober 2022. Diese Preiserhöhung geben die Stadtwerke Gifhorn an ihre Kundinnen und Kunden weiter.

Welche Mehrkosten erwarten mich?
Für eine vierköpfige Familie mit einem Verbrauch von 20.000 kWh pro Jahr würden sich die Mehrkosten wie folgt berechnen: 20.000 kWh x 0,02478 Euro/kWh = 495,60 Euro netto (589,76 Euro brutto)

Unser Tipp!

Mehrkosten verkraftet man besser, wenn man sie zeitlich auf mehrere Abschläge verteilt. Schützen Sie sich schon jetzt vor Nachzahlungen in der Jahresrechnung und erhöhen Sie Ihren Abschlag im MEIN|PORTAL oder melden Sie sich bei unserem Kundenservice.

Den größten Effekt hat man jedoch, wenn man Energie einspart. Das gilt für den Erdgas- ebenso wie für den Stromverbrauch. Eine Reihe von Energiespartipps finden Sie hier